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Overblocking ist ernsthafte Gefahr für Presse und Meinungsfreiheit

15. Mai 2019 - 15:40
Overblocking ist ernsthafte Gefahr für Presse und Meinungsfreiheit

Die zwischenzeitliche Sperrung des Twitter-Accounts der Zeitung war der vorläufige Höhepunkt einer Welle von Blockierungen durch Twitter. Als Grund wurde jeweils ein Verstoß gegen die Regeln "zum Veröffentlichen von irreführenden Informationen zu Wahlen" angegeben. Im Fall der Jüdischen Allgemeinen ist der Vorwurf völlig absurd, denn der entsprechende Tweet verweist mit den Worten "Warum Israels Botschafter Jeremy Issacharoff auf Gespräche und Treffen mit der AfD verzichtet" lediglich auf ein Interview mit dem israelischen Botschafter. Die Freien Demokraten reagierten mit Unverständnis:

#Twitter hat unseren seit Montagmorgen gesperrten Account wieder freigegeben https://t.co/bH0KUaHoa2

— Jüdische Allgemeine (@JuedischeOnline) 13. Mai 2019

Dass Account von @JuedischeOnline zwischenzeitlich gesperrt wurde sollte Twitter - im Sinne unserer Presse- und Meinungsfreiheit- unbedingt dazu veranlassen seine Prozesse zu überprüfen! @fdpbt hat das Thema #Twittersperrt zudem auf Tagesordnung des Digitalausschusses gesetzt. CL

— Christian Lindner (@c_lindner) 13. Mai 2019

Sperrung von @JuedischeOnline zeigt: Overblocking ist ernsthafte Gefahr für Presse und Meinungsfreiheit. Twitter muss schnellstens seine Prozesse prüfen. So geht's nicht weiter. #Twittersperrt

— S.L.-Schnarrenberger (@sls_fdp) 13. Mai 2019

Bei den aktuellen Sperren handelt es sich um einen missglückten Versuch von Twitter, einem Aufruf der EU-Kommission an die großen Internet-Plattformen nachzukommen, etwas gegen Wahlbeeinflussung in sozialen Netzwerken zu unternehmen, vermutet Nicola Beer. Ihrer Ansicht nach bewahrheiten sich jetzt die Befürchtungen, vor denen Netzpolitiker und die Freien Demokraten im Vorfeld des durch die Stimmen der Bundesregierung – unter Enthaltung der Grünen – kurz vor der Bundestagswahl 2017 erlassenen NetzDG gewarnt hatten: "Mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz wurde die Büchse der Pandora geöffnet."

Auch für den digitalpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Manuel Höferlin, wird die große Koalition nur von den Geistern eingeholt, die sie mit dem NetzDG und ihrer Zustimmung zu Uploadfiltern selbst heraufbeschworen habe: "Der Groko muss endlich klar werden, dass sie mit ihren unsinnigen Gesetzen der Meinungsfreiheit im Netz und damit dem Vertrauen in Demokratie und Rechtsstaat einen Bärendienst erwiesen hat." Solche komplexen Entscheidungen könne man eben nicht alleine Algorithmen und den Netzwerken überlassen, sondern sie gehörten in die Hände von Rechtsexperten.

Schon seit Wochen steht Twitter immer wieder in der Kritik, Accounts womöglich unberechtigt zu sperren. Hintergrund dafür ist eine Meldefunktion gegen Desinformation vor der anstehenden Europawahl. Diese Funktion können die User nutzen, um Fake News zu melden. Allerdings fehlt dem US-Unternehmen offensichtlich Personal. Denn sobald eine Beschwerde nicht bearbeitet wird, bleibt ein Account hängen.

Die Tweets bleiben zwar, bis auf den Betroffenen, sichtbar, aber der Nutzer hat keinen Zugriff mehr auf seinen Account. Nutzer können den beanstandeten Tweet dann entweder löschen und wieder Zugriff erhalten, oder einen Einspruch gegen die Beurteilung von Twitter einlegen. Overblocking heißt dieses Phänomen und ist nicht unbekannt. Es bezeichnet die technische Verhinderung eines Vorgangs anhand von Algorithmen, die Ausnahmen und Sonderfälle nicht beachtet.

Nach einer Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung wurden, je nach Netzwerk, nach den eingegangenen Beschwerden unterschiedlich oft Lösch- oder Sperrmaßnahmen ergriffen. Bei Facebook handelt es sich um 18,9 Prozent der beanstandeten Inhalte, bei Twitter um zehn Prozent und bei YouTube um 26 Prozent.

Es erscheint nicht ausgeschlossen, dass im Zuge veränderter politischer Stimmungslagen in der Gesellschaft Overblocking zu einem späteren Zeitpunkt ein größeres Problem darstellen wird, als dies möglicherweise heute der Fall ist. Mehr zum Phänomen Overblocking lesen Sie in der Studie „Was tun gegen Fake News?“.

Türkei kann nicht Mitglied der Europäischen Union werden

8. Mai 2019 - 10:35
Türkei kann nicht Mitglied der Europäischen Union werden

Wahlergebnisse muss man respektieren, Wahlniederlagen akzeptieren - das ist #Demokratie. Wenn #Erdogan das nicht tut, ist die #Türkei kein Partner für die #EU. CL

— Christian Lindner (@c_lindner) 7. Mai 2019

Lambsdorff fordert Angela Merkel auf, aktiv zu werden: "Auf dem EU-Gipfel in Sibiu muss die Bundeskanzlerin sich endlich dafür einsetzen, dass die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei beendet werden, denn das Land kann nicht Mitglied der Europäischen Union werden." Wolfgang Kubicki forderte darüber hinaus eine abgestimmte internationale Reaktion auf die Vorgänge: "Es ist notwendig, dass nicht nur die Europäische Union eine deutliche Reaktion zeigt, sondern auch die Nato, deren Mitglied die Türkei ist", sagte Kubicki. Auch von der Bundesregierung verlangte er eine "harte Ansprache" gegenüber der türkischen Führung. "Wer wie Erdogan im Despotenstil unsere Freiheitswerte und unsere demokratischen Grundüberzeugungen mit Füßen tritt, kann nicht auf Verständnis oder Nachsicht treffen", stellte der FDP-Politiker klar. "Dies sind wir allen freiheitsliebenden Türken schuldig."

Bijan Djir-Sarai, außenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, sagte der BILD: "Mit dem Antrag der AKP die Bürgermeisterwahl in Istanbul zu annullieren und zu wiederholen wird der letzte Rest, der von der türkischen ,Demokratie‘ noch übrig war, endgültig begraben. Präsident Erdogan sieht seine Niederlage nicht ein und nutzt die angespannte Situation, um den Abbau der Bürgerrechte in der Türkei weiter voranzutreiben."

Kein Grund zum Feiern

3. Mai 2019 - 13:20
Kein Grund zum Feiern Stirbt die Pressefreiheit, so stirbt auch die Demokratie

Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai diskutierten Linda Teuteberg MdB, neue Generalsekretärin der FDP; Philipp Welte, Vorstand Hubert Burda Media; Journalistin Düzen Tekkal sowie Auslandsjournalist Michael Obert über den Wert einer freien Presse. "Gerade in Zeiten von Social Media müssen Journalisten immer mit Gegenreaktionen rechnen. Das bedeutet, Journalisten müssen stark sein – immer und jederzeit. Aber es war auch noch nie so wichtig wie jetzt, Journalist zu sein“, erklärt Journalistin Düzen Tekkal. Sie selbst kämpft täglich im Namen der Pressefreiheit. 

Linda Teuteberg, neue Generalsekretärin der FDP, verdeutlichte daraufhin noch einmal die Wichtigkeit des öffentlichen Diskurses für eine demokratische Gesellschaft. „Eine freie Presse ermöglicht diesen öffentlichen Diskurs. Daher wäre ein Angriff auf Pressefreiheit auch ein Angriff auf unsere offene und demokratische Gesellschaft“, erklärt die FDP-Generalsekretärin. Wichtig sei daher einerseits, Medienkompetenzen für alle zu fördern, andererseits müssten sich die Medien auch selbst neu erfinden. Die Demokratie sei weltweit unter Druck. Die Freiheit der Presse zu bewahren, stelle jeden vor eine Herausforderung.

Europa der Menschenrechte wird 70 Jahre alt

3. Mai 2019 - 11:35
Europa der Menschenrechte wird 70 Jahre alt

Sie sagt: "In einer Zeit, in der Populisten in Europa Menschen glauben lassen, dass alle Probleme vor Ort zu lösen sind, braucht es den Europarat mehr denn je. In unserer globalisierten Welt können wir nur gemeinsame globale Lösungen entwickeln." Es gebe keine traditionellen oder westlichen Werte. Das seien die gemeinsamen Werte des Europarats, es seien gemeinsame internationale Werte, die es zu verteidigen gelte. Eine große Herausforderung stehe der Bildungspolitik bevor.

Seehofer bläst zur Attacke

17. April 2019 - 13:40
Seehofer bläst zur Attacke

Horst Seehofer hat sich mit dem Referentenentwurf für ein "Zweites Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme" viel vorgenommen: Der CSU-Politiker will nicht nur das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu einem mächtigen Akteur im Kampf gegen Botnetze, vernachlässigte Geräte im Internet der Dinge oder Verbreiter von Schadsoftware aufrüsten, sondern zugleich auch Hackeraktivitäten, das unbefugte Verbreiten persönlicher Informationen durch Dritte sowie den Betrieb illegaler Marktplätze im Darknet schwerer bestrafen beziehungsweise erstmals kriminalisieren.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger meint, es muss genauer hingeschaut werden. Denn: "Der Gesetzesentwurf will alle Telekommunikationsdienste, die zur "Weitergabe oder Veröffentlichung rechtswidrig erlangter Daten" genutzt werden, dazu verpflichten, diese Daten zu sperren und zu löschen. Dies betrifft laut Entwurf Dienste wie Facebook und Google, aber auch Telegram. Rechtsstaatliche und grundrechtliche Bedenken gegen derartige Verpflichtungen von Telekommunikationsdiensten und Netzwerken werden bereits seit Einführung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) 2017 diskutiert und konnten bisher nicht ausgeräumt werden."

Insgesamt will Seehofer die deutsche IT-Sicherheitspolitik also von defensiv auf offensiv schalten. Er bläst zum Angriff.

Erdogan lebt von politischen Spannungen

16. April 2019 - 10:15
Erdogan lebt von politischen Spannungen

Die Kommunalwahlen 2019 werden wahrscheinlich als die konflikt- und spannungsreichsten in die Geschichte der Türkei eingehen – einem Land, das eigentlich geübt ist in stressgeladenen Wahlkämpfen. Kommunale Themen suchten Beobachter vergeblich: Bei den zahlreichen Auftritten der Spitzenpolitiker dominierten stattdessen Themen wie die nationale Existenz („Beka“), Terrorvorwürfe gegen politische Rivalen sowie Haftandrohungen für die Vorsitzenden der oppositionellen Parteien.

Das politische Klima war während des gesamten Wahlkampfs vergiftet. Auf den Fluren des Parlaments ist nun davon die Rede, Präsident Erdoğan könne – abhängig vom Ergebnis der Kommunalwahlen – zu Personalveränderungen im Kabinett schreiten. 

Hier geht es zum Türkei Bulletin 6|2019

GroKo für europaweite Zensurinfrastruktur mit Uploadfiltern verantwortlich

15. April 2019 - 16:40
GroKo für europaweite Zensurinfrastruktur mit Uploadfiltern verantwortlich Lamberty 17.04.2019 - 21:53 Die vorgestellten angeblichen Alternativen zur Urheberrechtlinie sind unpräzise und unverständlich. Mit diesen rudimentären Informationen kann ich keinen Wahlkampf machen. Wo bleibt eine ausgearbeitete Position der FDP?

Die GroKo stimmt heute der EU-Urheberrechtsreform zu. @CDU & @spdde sind mit ihrer Zustimmung verantwortlich, dass eine europaweite Sperrinfrastruktur mit #Uploadfilter|n aufgebaut werden kann, so @nicolabeerfdp .➡️ https://t.co/mUnMcWJv1v #Artikel17 #Artikel13 #SaveYourInternet pic.twitter.com/k3QHnjej8x

— FDP (@fdp) 15 April 2019

Sie unterstreicht: "Wir wollen ein Urheberrecht, das Urheber, die gehört, gelesen und gesehen werden, fair entlohnt." Die Freidemokratin erklärt zugleich, wie das erreicht werden kann: Indem man zum Beispiel das Wettbewerbs- und Kartellrecht reformiert, damit Urheber und Verwerter mit Plattformbetreibern wieder auf Augenhöhe über Lizenzen verhandeln können. Die Freien Demokraten unterstützen zudem Micropayment-Technologien, die automatisiert und unbürokratisch Lizensierung und damit auch Bezahlung von Kreativen vornehmen, ein verbessertes Notice- und Takedown-Verfahren oder auch pauschale Lizensierungsregelungen für große Plattformen.

#Groko hat letzte Chance #Uploadfilter zu verhindern nicht genutzt, eigenen Koalitionsvertrag gebrochen und Glaubwürdigkeit verloren. Man kann nur hoffen, dass Debatte und Protest alle sensibilisiert haben, mit dem neuen #Copyright verantwortungsbewusst umzugehen. CL #Artikel17

— Christian Lindner (@c_lindner) 15 April 2019

FDP-Fraktionsvorstandsmitglied und Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda, Jimmy Schulz, kritisiert noch einen anderen Aspekt der umstrittenen EU-Urheberrechtsreform: Die Bundesregierung will laut einer Protokollerklärung Uploadfilter "weitgehend unnötig" machen. Jimmy Schulz hält diese Absichtserklärung "verantwortungslos und zu kurz gedacht". Denn: Das Internet endet nicht an der deutschen Grenze. Es sei zudem rechtlich umstritten, ob Deutschland bei der nationalen Umsetzung auf Upload-Filter verzichten könne. Auch die FDP-Fraktion wird sich nach der Europawahl dafür einsetzen, dass diese EU-Urheberrechtsrichtlinie schnellstmöglich rückgängig gemacht und neu verhandelt wird.

Heute ist ein trauriger Tag für das freie Internet, denn #Uploadfilter wurden soeben final beschlossen. Die #GroKo hat der #Urheberrechtsreform im Europäischen Rat zugestimmt :O #saveyourinternet #artikel17 #copyright pic.twitter.com/6vwjyyEMul

— Fraktion der Freien Demokraten (@fdpbt) 15 April 2019

Uploadfilter: GroKo und Merkel müssen den Unsinn stoppen

5. April 2019 - 11:40
Uploadfilter: GroKo und Merkel müssen den Unsinn stoppen Gerhard Schweickhardt 08.05.2019 - 15:27 Seht geehrte Damen und Herren, na dann Prost. CDU, Im Bundestag ablehnen und im EU Parlament "ausversehen" zustimmen. Liebe FDP, Wo bleibt Ihre öffentliche Empörung? Mit freundlichen Grüßen Gerhard Schweickhardt

Ein entsprechender Antrag der Fraktion wurde zudem am Donnerstagabend im Bundestag beraten. Die Bundesregierung müsse im Rat der EU in der finalen Abstimmung gegen die Reform der EU-Urheberrechts-Richtlinie stimmen, heißt es darin. "Die Koalitionsfraktionen sollten endlich Farbe bekennen! Diese Scheinheiligkeit und Doppelmoral der Bundesregierung bei Uploadfiltern ist schlichtweg nicht mehr zu ertragen", schimpfte der FDP-Bundestagsabgeordnete Roman Müller-Böhm in der Debatte.

"Ich werfe der @cducsubt ja gern vor, sie bleibe digital untätig. Aber wenn ich mir das Treiben von @AxelVossMdEP zum #Uploadfilter so anschaue, wünsche ich mir, er bliebe digital untätig!": @muellerboehm bringt den #Bundestag zum Kochen #artikel13 #artikel17 #SaveYourInternet pic.twitter.com/hbmi1Z3vFm

— Fraktion der Freien Demokraten (@fdpbt) 4. April 2019

Müller-Böhm nahm in seiner Rede kein Blatt vor den Mund: "Uploadfilter sind der falsche Weg; das wissen Sie. Das haben Sie in Ihrem Koalitionsvertrag netterweise festgehalten. Es gibt auch nichts daran rumzudeuteln, dass das, was vorgesehen ist, Uploadfilter sind." Er entlarvt auch Bundesjustizministerin Katarina Barley: "Ihr eigenes Ministerium hat auf Anfrage unserer Fraktion bestätigt, dass es aufgrund der schieren Datenmenge gar nicht anders geht als mit technischen Hilfsmitteln. Ich sage es Ihnen ganz ehrlich, liebe SPD: Das ist einfach verlogen." Die Partei trete mit einer Spitzenkandidatin zur Europawahl an, die sagt, sie sei gegen Uploadfilter. "Dazu sage ich Ihnen ganz deutlich: Wenn Sie so weitermachen, dann werden wir Sie immer wieder daran erinnern, dass Ihre Spitzenkandidatin und Noch-Justizministerin die Entscheidung im Rat mit zu verantworten hat."

An die Adresse der Union unterstrich er: "Ich werfe Ihnen ja oft vor, dass Sie in Fragen der Digitalisierung komplett untätig bleiben; aber wenn ich mir Ihren Parteifreund und Europaabgeordneten Axel Voss angucke, dann wünsche ich mir, Sie bleiben untätig. Es bewahrheitet sich ein sehr einfacher Satz: Es ist besser, keine Richtlinie zu verabschieden als eine schlechte."

.@fdp:"Geistiges Eigentum ist wichtig, aber nicht jeder Zweck heiligt jedes Mittel. Es ist besser, keine Richtlinie zu verabschieden als eine schlechte.Wir wollen nicht,daß #Uploadfilter zu potentiellen Wahrheitsfiltern werden." https://t.co/egt7d09vzM #Artikel13 @Liberale_News

— Nicola Beer (@nicolabeerfdp) 5. April 2019

Die GroKo hätte zukunftsweisende Lösungen einbauen können. Man hätte über Blockchainfragen auch im Bereich des Urheberrechts sprechen können, schlug er vor. "Stattdessen gehen Sie jetzt wie mit dem Rasenmäher über die Vielfalt des Internets und mähen alles weg." Ob ein ungerechtfertigter Verstoß gegen urheberrechtliche Bestimmungen vorliege, eine Parodie oder anderes, das werde bald nicht mehr einwandfrei unterschieden werden. Dabei wären sogar Parodien, Memes oder auch Remixe von urheberrechtlicher Seite aus durchaus legitimiert. "Das machen Sie alles kaputt. Ich sage es Ihnen ganz ehrlich: Sie öffnen die Büchse der Pandora."

Er zeichnete ein noch drastischeres Bild: "Im Grunde ganz nach den Vorstellungen von George Orwell schaffen Sie hier mit Uploadfiltern die potenzielle Gefahr, dass diese irgendwann zu Wahrheitsfiltern werden." Das werde die FDP garantiert nicht durchgehen lassen. Müller-Böhm forderte: "Werden Sie Ihrer staatspolitischen Verantwortung wirklich gerecht! Stimmen Sie im Europäischen Rat noch gegen die Richtlinie! Verhindern Sie Uploadfilter und diese unsägliche Richtlinie!" Falls die Bundesregierung der Urheberreform zustimmt, wird die FDP im Europäischen Parlament dafür kämpfen, die gesetzliche Einführung von Upload-Filtern wieder rückgängig zu machen, ist Beer entschlossen.

.@katarinabarley⁩ hat noch die Möglichkeit, #Uploadfilter zu stoppen.
Aber sie tut es nicht. https://t.co/39SAByBVgU via @SZ @Liberale_News #Artikel13 #saveyourinternet (TB)

— Nicola Beer (@nicolabeerfdp) 5. April 2019

Offner Brief an Angela Merkel

In einem offenen Brief an Merkel schrieb FDP-Generalsekretärin Nicola Beer nun, es gebe noch ein kleines Zeitfenster, einen Urheberrechtsschutz im Netz zu schaffen, der auch ohne Uploadfilter auskomme. "Deswegen bitte ich Sie, Ihren Koalitionsvertrag mit der SPD in diesem Punkt zu erfüllen und im Rat gegen die Richtlinie zu stimmen, solange sie Uploadfilter enthält", mahnte Beer. Es gebe Hinweise darauf, dass die Strategie der Bundesregierung, Uploadfilter nur in der nationalen Umsetzung in Deutschland zu vermeiden, keine gangbare Lösung sei. EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger habe in diesem Zusammenhang bereits vor Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland gewarnt.

Uploadfilter sind ein Hindernis für die digitale Zukunft Europas

27. März 2019 - 14:10
Uploadfilter sind ein Hindernis für die digitale Zukunft Europas

Die EU-Urheberrechtsreform sei ein Baustein eines wichtigen Projekts: ein einheitlicher europäischer digitaler Binnenmarkt. Gerade wenn Europa ein Gegengewicht zu digitalen Unternehmen und Geschäftsmodellen aus den USA oder China werden möchte, sei diese Harmonisierung enorm wichtig. Doch die Artikel 11 (das Leistungsschutzrecht für Presseverleger) und Artikel 13 (Uploadfilter) sind nicht nur ein Hindernis für die digitale Zukunft Europas, sie sind auch ein Angriff auf unsere Meinungsfreiheit.

Ein schwarzer Tag für das Internet

25. März 2019 - 18:15
Ein schwarzer Tag für das Internet

Das EU Parlament hat abgestimmt. Die #Urheberrechtsreform kommt. Ein trauriger Tag für alle Verfechter des freien Internets. Jetzt gilt es, den Schaden bestmöglich zu begrenzen. Hier sind nun die Plattformbetreiber gefordert CL #Article13 pic.twitter.com/TV7vZpmeOK

— Christian Lindner (@c_lindner) 26. März 2019

Für die Freien Demokraten markiert die Entscheidung des Europäischen Parlaments eine Zäsur. "Durch die Reform werden Urheber nicht wirklich gestärkt“, dafür werde aber "die Meinungsfreiheit eingeschränkt", erklärte FDP-Digitalexperte Jimmy Schulz zu dem Ergebnis. Die nun drohenden Uploadfilter bergen die Gefahr, dass auch legale Inhalte blockiert werden. Zu befürchten sei eine "flächendeckende Sperrinfrastruktur", mahnte Nicola Beer. Es sei traurig, dass Kreative, Urheber und Internetuser so gegeneinander ausgespielt wurden, so die Spitzenkandidatin der FDP.

Bei der entscheidenden Abstimmung stimmten im Europäischen Parlament 348 Abgeordnete für die Urheberrechtsreform, 274 dagegen, 36 enthielten sich. Für die Freien Demokraten ist dieses Thema dennoch längst nicht erledigt. "Wir werden jetzt weiter kämpfen für ein faires und freies Internet", machte Beer deutlich.

Über 100.000 Menschen waren am Wochenende vor der Abstimmung gegen Uploadfilter auf die Straße gegangen, unter anderem in Berlin, Leipzig und München. Auch Freie Demokraten und Julis demonstrierten gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform. FDP-Spitzenkandidatin Nicola Beer zeigte auf der "Save-The-Internet"-Demonstration in Leipzig Flagge. Es gehe um nichts weniger als "die Zukunft des Freien Internets". Auch in Berlin und München machten Freie Demokraten bei Demonstrationen deutlich, was sie von Uploadfiltern halten: Nichts!

Gemeinsam mit den JuLis und rund 4.000 Menschen demonstrierte die FDP-Generalsekretärin in Leipzig für ein "faires und freies Internet für alle Beteiligten". Das Europaparlament dürfe die Urheberrechtsreform in der aktuellen Form nicht durchwinken. "Wir alle wissen doch, dass Uploadfilter die automatische Folge dieser Regelung sein werden und genau deswegen muss das verhindert werden", sagte Beer in ihrer Rede zu den Demonstranten. Niemals sollten Maschinen und Algorithmen darüber entscheiden, was im Internet gezeigt werden darf. Dies sei Sache der Justiz.

Voller Markt in #Leizip mit der @fdp und @jungeliberale auf der #SaveTheInternet Demo gegen #Uploadfilter mit Nicola Beer als Rednerin.#Artikel13Demo #Artikel13 #Artikel17 #Artikel17Demo @fdp @Liberale_News (TB) pic.twitter.com/TY6e8GjR6y

— Nicola Beer (@nicolabeerfdp) 23. März 2019

Auf der größten Demonstration in München mit über 40.000 Teilnehmern sprach sich auch FDP-Digitalexperte Jimmy Schulz deutlich gegen das neue Leistungsschutzrecht und Uploadfilter aus. "Upload-Filter wären der Grundstein für eine europaweite Zensurinfrastruktur und würden die Meinungsfreiheit einschränken", kritisierte Schulz.

Vor allem die Artikel 11 und 17 (ehemals 13) der Reform werden von vielen Akteuren aus Politik, Medien und Gesellschaft kritisiert. Firmen müssten nach Inkrafttreten der Reform Inhalte bereits beim Hochladen auf Urheberrechtsverletzungen prüfen. Dies könne automatisch praktisch nur über Uploadfilter realisiert werden, die jedoch weder Satire, noch Zitate, geschweige denn Parodien erkennen können. Die FDP fürchtet, dass aus Angst vor Urheberrechtsverletzungen die Betreiber von Internetplattformen Inhalte im Zweifel gar nicht veröffentlichen. Damit drohe durch die EU-Urheberrechtsreform eine drastische Form von Internetzensur.

Artikel 13 gefährdet das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung

22. März 2019 - 16:45
Artikel 13 gefährdet das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung

Der derzeitige Entwurf sei eine vertane Chance: "Weil wir seit Jahren darüber reden, dass wir ein Urheberrecht brauchen, das die Antworten auf das digitale Zeitalter gibt." Dieser Richtlinie hingegen könne man nicht zustimmen. "Sie ist schlecht verhandelt, weil beide Ziele des Koalitionsvertrages nicht erfüllt werden. Es werden nicht die Urheber, sondern die Intermediäre gestärkt und es werden Uploadfilter kommen und es ist innovationsfeindlich. Was man in Deutschland wollte, wurde nicht geschafft." Die auf drei Jahre beschränkte Ausnahme von dem vorgesehenen strengen Haftungsregime für Startup-Gründer im Portalgeschäft sei "innovationsfeindlich ohne Ende".

Er plädiert dafür, "dass wir das ablehnen und dass wir beim alten Prinzip, dem „notice-and-take-down“-Verfahren bleiben und das fortentwickeln. Damit wir den Urhebern Rechte zukommen lassen anstatt den Intermediären." Höferlin befürchtet aber, es wird durchlaufen. "In Zukunft werden die Urheber nicht mehr Leistungen bekommen und die kleinen Unternehmen werden keine Plattformen mehr bauen können. Die Großen kommen damit klar, die haben Geld und Technologie.“

Den Urheberrechtsschutz stärken und gleichzeitig die Freiheit der Internetnutzer sichern – das ist die Position der Freien Demokraten. Allerdings gefährdet Artikel 13 des Kompromisses der EU-Urheberrechtsreform das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Auch berechtigter Schutz darf nicht dazu führen, dass das Internet durch die Schikane Uploadfilter verödet.

Der FDP-Abgeordnete Manuel Höferlin führt aus, dass die Uploadfilter nicht zwischen Fällen unterscheiden könnten, in denen Urheberrechte verletzt und in denen geschütztes Material legal genutzt werde. Es reiche nicht, dass die Richtlinie einen Beschwerdemechanismus vorsehe, falls etwa eine Satire doch auf einer Plattform gelöscht würde.

Die Debatte um Upload-Filter sei "zunehmend verstrickter" geworden und habe "abstruse Züge" angenommen, sagt auch Jimmy Schulz, der Vorsitzende des Ausschusses "Digitale Agenda“ im Deutschen Bundestag. Dabei sei es so einfach: "Sagt konsequent nein zu Upload-Filtern in der EU!" Am Samstag werden Zehntausende Bürger auf die Straße gehen, um gegen Upload-Filter und Zensur zu demonstrieren. Die FDP unterstützt diese Demonstrationen aktiv. Seien Sie auch dabei!

Wir brauchen eine Politik gegen das Schüren von Angst

14. März 2019 - 9:55
Wir brauchen eine Politik gegen das Schüren von Angst

„Wir brauchen eine Politik gegen das Schüren von Angst, gegen das Instrumentalisieren von Gefahren und für Selbstbestimmung in allen Lebenslagen.“ – @sls_fdp bei der Vorstellung ihres neuen Buches "Angst essen Freiheit auf" mit @katarinabarley. pic.twitter.com/dw4AyBiVg2

— Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (@FNFreiheit) 12. März 2019

Auch, wenn das mit schmerzhafter Unsicherheit verbunden ist. Dazu braucht es, so Leutheusser-Schnarrenberger, "eine Politik gegen das Schüren von Angst, gegen das Instrumentalisieren von Gefahren und vor allen Dingen für Selbstbestimmung in allen Lebenslagen und für so viel Freiheit wie möglich." Sie kritisiert dabei die "einseitige Sicherheitspolitik des Staates" mit Vorratsdatenspeicherung, heimlichen Online-Durchsuchungen oder ausufernden Landespolizeigesetzen genauso wie die zunehmende Datensammelwut der Wirtschaft.

Leutheusser-Schnarrenberger mahnt, dass der Einzelne angesichts aktueller Entwicklungen bei der Meinungsfreiheit in einer offenen Gesellschaft mehr aushalten müsse, "bis das Strafrecht greift". Hassrede per se sei nicht verboten. "Gesetze allein bringen es nicht", so die ehemalige Justizministerin, die als "Jeanne d'Arc der Bürgerrechte" gilt. Viel wichtiger sei es, "dass man die richtigen Leitplanken setzt" und sich als Einzelner nicht so sehr als reines Objekt der Ausspähung fühle.

 

 

#web30 Neuland sieht bekanntlich anders aus. Heute sind ja die damaligen Erfinder der Meinung, dass Datenschutz und Grundrechte dazugehören. Stelle gleich mein neues Buch mit @katarinabarley vor. https://t.co/JmnPocM6LS

— S.L.-Schnarrenberger (@sls_fdp) 12. März 2019

Als die Diskriminierung per Gesetz endete

12. März 2019 - 13:25
Als die Diskriminierung per Gesetz endete

Etwa 50.000 Männer wurden aufgrund dieser Norm wegen „Unzucht“ verurteilt. Allein in den ersten 15 Jahren der Bundesrepublik wurde viermal mehr abgeurteilt als in 15 Jahren Weimarer Republik. Die damalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger über den "historischen Tag" für die deutsche Rechtspolitik in der Tagesschau.

Upload-Filter sind Gift für die Meinungsfreiheit

26. Februar 2019 - 16:50
Upload-Filter sind Gift für die Meinungsfreiheit Reinhard Goethe 07.03.2019 - 23:03 Christian Lindner wird in dem Beitrag zitiert: "Es gibt mildere Wege, um das Urheberrecht durchzusetzen." Und dann suche ich in dem Beitrag nach diesen Wegen und finde: nichts. Das enttäuscht. Ähnlich ist es mir in der letzten Zeit auch bei anderen von der FDP kommentierten Themen ergangen. Kritik ist richtig und wichtig. Aber erst bessere Lösungen bringen uns weiter. Karen Heuges 07.03.2019 - 17:59 Die Ausfertigung des Artikel 13 trägt die Handschrift von Menschen, die sich mit den Möglichkeiten, dem Machbaren und den technischen Gegebenheiten überhaupt nicht auseinander gesetzt haben. Eine Urheberrechtsverletzung stellt einen Eingriff in die Rechte eines anderen dar. Da gibt es nichts zu rütteln oder zu diskutieren. Aber auch eine Urheberrechtsverletzung muss in erster Linie nachgewiesen werden. Ein Uploadfilter ersetzt durch das sofortige Schaffen von Tatsachen, nicht nur Anklage, sondern auch gleich Urteil und Vollstreckung. Und das noch bevor überhaupt feststeht, ob es sich tatsächlich um eine Urheberrechtsverletzung handelt. KI auf Basis Neuronaler Netze ist zwar lernfähig, aber nicht in der Lage komplex zu adaptieren. Somit sind erhebliche Fehlentscheidungen im wahrsten Sinne des Wortes vorprogrammiert. Wenn aber Beiträge sofort gelöscht werden, hat man keine Chance mehr auf Widerspruch, da niemand mehr zB nachträgliche Manipulationen aufdecken und beweisen kann. Gerhard G. Baumann 07.03.2019 - 17:10 Schade, dass Sie nur stereotyp wiederholen, dass Sie keine Upload-Filter mögen. Sie rufen auch zu Demonstrationen dagegen auf; das ist in Ordnung. Viel besser aber wäre ein realistisches Konzept, wie ohne diese Filter das Urheberrecht geschützt werden kann. Leider finde ich hier bei der FDP so rein gar nichts Konstruktives. Nun, es geht ausschließlich um den Schutz des Urheberrechts. Und derzeit ist das Internet voll von schutzwürdigen Inhalten, die nicht von den Urhebern eingestellt wurden und deshalb unrechtmäßig verwendet werden. Die Betrogenen sind alleine die Urheber. Es wird Zeit zu akzeptieren, dass auch im Internet - wie im ganz normalen Leben - nicht alles kostenfrei zu haben ist. Noch eine Anmerkung zum Kommentar weiter unten : auch im universitären Bereich kann mit einer ganz normalen E-Mail ohne Einschränkung kommuniziert werden; eine Mehrbelastung ist für mich nicht erkennbar. Helmut Samjeske 07.03.2019 - 14:57 Die Bundesrepublik Deutschland braucht ein Reset, ebenso wie die EU. Zunächst bedeutet Freiheit eine kodifizierte Garantie, die im GG v. 23.05.1949 diktiert worden ist. Dieses GG gilt für Deutsche auch innerhalb der EU, denn Art. 53 EUGRChart enthält eine Besserstellungsgarantie. Sodann ist festzustellen, daß BRD-Urheberrecht gg. Art .19 Abs. 1 Satz 2 GG verstößt und folglich vollständig ungültig ist. Dieses UrhG kann also nicht reformiert, sondern muß erst mal als gültiges Gesetz geschaffen werden. Im Rahmen der Beratungen innerhalb der EU ist bedeutsam, daß auch in der EU der "Rechtserzeugungszusammenhang" hergestellt sein muß, nämlich vom Parlament bis zu den öffentlich Dienstleistenden. Auch der besteht nicht! Es wird Zeit, daß die FDP als Garant der Freiheit in der Parteienlandschaft ohne Ansehen der Person vorprescht und die Grundlage des Staates zwingend gewährleistet. Art. 5 Abs. 1 letzter Satz GG schlägt durch! Monica Schoop 07.03.2019 - 12:59 Ich sehe Uploadfilter auch sehr kritisch. Aber welche "milderen" Mittel gibt es, um das Urheberrecht wirksam durchzusetzen?  

Das Urheberrecht und das geistige Eigentum schätzen die Freien Demokraten sehr. "Wir haben Respekt vor dem Eigentum. Es muss auch möglich sein, im kulturellen, im kreativen Bereich sein Eigentum zu schützen", sagt Christian Lindner. Kritik übt er aber an den sogenannten Upload-Filtern. Plattformen wie YouTube könnten sie einsetzen, um beim Hochladen zu prüfen, ob Bilder, Videos oder Musik urheberrechtlich geschützt sind. Ohne solche Filter sei es für Plattformen nicht möglich, den geplanten Pflichten zum Urheberrechtsschutz nachzukommen, heißt es dort.

Nach Ansicht der Freien Demokraten gefährdet das aber nicht nur das Recht auf freie Meinungsäußerung, sondern auch auf die Kunstfreiheit. Und die könnte eingeschränkt werden und zwar ohne, "dass ein Mensch draufschaut. Ohne, dass wir in der Lage wären, uns dagegen zu wehren." Aus dem Grund seien die Freien Demokraten schon gegen das Netzwerkdurchsetzungsgesetz vorgegangen. Lindner bekräftigt: "Wir lehnen Artikel 13 ab." Das gelte insbesondere für alle Kandidatinnen und Kandidaten der FDP für die Europawahl. "Wer gegen Zensur auf europäischer Ebene ist, der muss bei der Europawahl die Freien Demokraten stark machen", so sein Appell.

FDP-Chef ⁦@c_lindner kritisiert die geplante⁩ EU-Urheberrechtsreform: „Uploadfilter machen die Mächtigsten im Internet noch mächtiger.“ https://t.co/YiTKEFgSRH

— SPIEGEL ONLINE Politik (@SPIEGEL_Politik) 5. März 2019

Was sollen diese Uploadfilter machen?

Nach Ansicht der Freien Demokraten stellt der Artikel 13 in der EU-Urheberrechtsreform eine ernstzunehmende Gefahr für die Meinungsfreiheit dar. Die dort enthaltenen Forderungen machen den Weg frei für sogenannte Uploadfilter. Was sollen diese Uploadfilter machen? Online-Plattformen, wie zum Beispiel Youtube, sollen zukünftig dafür haftbar gemacht werden, wenn Nutzer Inhalte hochladen, die gegen das Urheberrecht verstoßen. Die Haftbarkeit gilt nicht erst, nachdem die Plattform von den Rechteinhabern darauf hingewiesen werden, dass ihre Werke illegal hochgeladen wurden, sondern im Moment des Uploads.

Das heißt konkret: Wenn private Unternehmen nicht alle durch Nutzer generierten Inhalte vor dem Upload filtern und prüfen, riskieren sie heftige Strafen. Potentiell illegale Inhalte sollen also schon vor Veröffentlichung geblockt werden. Ob ein Inhalt legal oder illegal ist, muss das Unternehmen selbst bzw. mit Hilfe automatisierter Prozesse erkennen und entsprechend handeln. Filter sind aber nicht in der Lage, Satire, Zitate oder Parodien zu erkennen. Es ist technisch nicht möglich, legale und illegale Inhalte im Internet automatisiert zu unterscheiden. Somit kommt es zur Blockierung legaler Inhalte – und das ist nicht hinnehmbar. Darüber hinaus würden solche Filter auch das Ende der Meme-Kultur, wie wir sie kennen, bedeuten. Denn Bilder in Memes würden automatisch als Verstoß gegen das Urheberrecht und somit als illegal eingestuft werden.

Ich halte #Uploadfilter, das #LSR und das #NetzDG für falsch. Wir machen uns damit das freie Internet kaputt, schränken die Meinungsfreiheit ein und zensieren. Wir sollten aber Vorbild in Sachen Meinungs- und Informationsfreiheit sein in Dtl und Europa: https://t.co/jn1gKRpOQh

— jimmyschulz (@jimmyschulz) 15. Februar 2019

Upload-Filter gefährden das Recht auf Meinungsfreiheit

Die Filterpläne auf europäischer Ebene gehen aber nun noch einen Schritt weiter, denn sie möchten eine Infrastruktur erschaffen, um Inhalte bereits vor Veröffentlichung auf Online-Plattformen einer Prüfung zu unterziehen. Die Einführung von Upload-Filtern geht noch einen Schritt weiter als das NetzDG in Deutschland. Hier soll nun die Entscheidung über das, was Recht und Unrecht ist, nicht nur privatisiert, sondern sogar automatisiert Algorithmen überlassen werden.

Diese Filter widersprechen sowohl dem grundgesetzlich garantierten Recht auf Meinungsfreiheit (Art. 5 GG), als auch Art 11 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union: "Jede Person hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Dieses Recht schließt die Meinungsfreiheit und die Freiheit ein, Informationen und Ideen ohne behördliche Eingriffe und ohne Rücksicht auf Staatsgrenzen zu empfangen und weiterzugeben."

Kompromiss zu #Artikel13 gefährdet nicht nur Recht auf freie Meinungsäußerung, die GroKo bricht damit noch dazu ihren Koalitionsvertrag. Dort lehnt sie #Uploadfilter - zu Recht - als unverhältnismäßig ab, hat sie auf EU-Ebene jetzt aber unterstützt... CL #SaveYourInternet pic.twitter.com/YlLWtxjxsg

— Christian Lindner (@c_lindner) 14. Februar 2019

Wie geht es weiter?

Ob die Reform angenommen wird, entscheidet das Europaparlament in diesem Monat. Danach hätten die EU-Staaten zwei Jahre, um entsprechende Gesetze zu verabschieden. Und die Internetgemeinde gibt nicht auf: Für den 23. März planen Aktivisten europaweite Demos in Städten wie München, Frankfurt, Warschau, Brüssel und Amsterdam.

Rette Dein Internet - Aufruf zum europaweiten Demo-Tag am 23. März!

Die Jungen Liberalen (JuLis) rufen gemeinsam mit einem breiten überparteilichen Bündnis zu europaweiten Demonstrationen gegen Upload-Filter anlässlich der geplanten EU-Urheberrechtsreform auf. Die Spitzenkandidatin der JuLis zur Europawahl, Svenja Hahn, bezeichnete die Upload-Filter kürzlich gegenüber der Presse als "Gift für die Meinungsfreiheit“ und forderte einen kompletten Neustart der Urheberrechtsreform. Ria Schröder, Bundesvorsitzende der JuLis, ist entschlossen: "Die Europaparlamentarier, die für Upload-Filter sind, betrachten das Internet noch immer als Neuland. Wir lassen uns das Internet nicht kaputtmachen, sondern gehen fest entschlossen für Meinungs- und Informationsfreiheit im Netz auf die Straße.“

Der @ManfredWeber will/wollte offenbar die entscheidene Abstimmung zu #Uploadfilter vorziehen. Statt Uploadfilter durchzudrücken, sollte die Union die Proteste lieber zum Anlass nehmen, Uploadfilter zu verhindern! #Artikel13 #niemehrCSU #niemehrCDU pic.twitter.com/U4mn12TPDe

— Fraktion der Freien Demokraten (@fdpbt) 4. März 2019

§ 219a StGB – besser gleich abschaffen

22. Februar 2019 - 13:50
§ 219a StGB – besser gleich abschaffen

Die ehemalige Justizministerin glaubt nicht, dass die mit diesem Thema verbundenen Probleme und Konflikte sich so lösen lassen. Die ganze Bandbreite der Kritik an der nun beschlossenen Reform zeigte sich zu Beginn der Woche in der bereits zweiten öffentlichen Anhörung zum Thema.

Die eingeladenen Rechtsexperten, Sozialwissenschaftler und Ärzte kritisierten dabei vor allem, dass die Reform zu kurz greife. Zwar wird das Informationsangebot für Frauen durchaus verbessert und zumindest das reine Informieren über die Durchführung von (legalen!) Schwangerschaftsabbrüchen von Strafandrohung befreit. Jede darüber hinausgehende Information bleibt für die Ärzte aber weiterhin strafbar. Eine zu Recht als widersprüchlich kritisierte Rechtslage, meint Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Schlag gegen das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung

14. Februar 2019 - 17:40
Schlag gegen das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung Dr. med. Johannes Wagner 22.02.2019 - 08:09 Die Initiative der FDP ist genau nichtig, müsste nur in den Medien lautstärker verbreitet werden. Freies Internet ist für eine Informationsgesellschaft fundamental

"Auch die Idee, das Leistungsschutzrecht EU-weit einzuführen, wird nicht funktionieren, denn es handelt sich eher um ein Wettbewerbs- als ein Urheberrechtsproblem", sagte die FDP-Politikerin. Das Leistungsschutzrecht habe bereits national in Deutschland und Spanien nicht funktioniert. "Hier wird man sich noch einmal komplett neue Gedanken darüber machen müssen, wie man einen Ausgleich zwischen Verlagen und Newsaggregatoren schafft", fügte Beer hinzu.

Kompromiss zu #Artikel13 gefährdet nicht nur Recht auf freie Meinungsäußerung, die GroKo bricht damit noch dazu ihren Koalitionsvertrag. Dort lehnt sie #Uploadfilter - zu Recht - als unverhältnismäßig ab, hat sie auf EU-Ebene jetzt aber unterstützt... CL #SaveYourInternet pic.twitter.com/YlLWtxjxsg

— Christian Lindner (@c_lindner) 14. Februar 2019

FDP fordert eine Abkehr

Nach dem besonders umstrittenen Artikel 13 der neuen Richtlinie werden Plattformbetreiber erstmals unmittelbar für Urheberrechtsverstöße auch ihrer Nutzer auf ihren Seiten verantwortlich gemacht. Folglich müssen die betroffenen Unternehmen künftig verhindern, dass Anwender potenziell geschütztes Material hochladen oder vorsichtshalber alle verfügbaren Lizenzen erwerben, die ihnen Rechteinhaber anbieten.

Vor allem die Netzpolitiker der FDP werfen der großen Koalition vor, ihren Vertrag gebrochen zu haben. Obwohl Schwarz-Rot eine Pflicht für Upload-Filter darin als unverhältnismäßig abgelehnt habe, sei die Bundesregierung bei den Verhandlungen eingeknickt und gefährde damit das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Jimmy Schulz, Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda", sieht die Regierung entlarvt: "Jetzt ist auch klar, warum sich die Große Koalition monatelang geweigert hat, dazu Stellung zu beziehen: Union und SPD brechen ihren Koalitionsvertrag, denn darin hatten sie Upload-Filter als unverhältnismäßig abgelehnt." Jetzt unterstütze die Bundesregierung diesen Irrweg auf EU-Ebene, die FDP-Fraktion fordere dagegen eine Abkehr.

Schulz legt dar, warum es unsinnig ist, Plattformen zum Einsatz von Upload-Filtern zu verpflichten: "Es ist technisch unmöglich, legale und illegale Inhalte automatisiert zu unterscheiden. Filter können Satire, Zitate oder Parodien gar nicht erkennen." Der Netzpolitiker ist überzeugt, dass es zur Blockierung legaler Inhalte kommen wird. Das sei nicht hinnehmbar.

#ClapForCrap: Toleranz ohne moralischen Zeigefinger

14. Februar 2019 - 9:30
#ClapForCrap: Toleranz ohne moralischen Zeigefinger

Herkunft, Religion, Sexualität oder Geschlecht sind oft Anlass für Diskriminierung. Der Rechtspopulismus beschleunigt diese Entwicklung. "Die deutsche Gesellschaft hat riesige Probleme mit Intoleranz in vielen Bereichen. Besonders junge Menschen sind über die Polarisierung, Radikalisierung und teilweise Verrohung der verbalen Auseinandersetzungen besorgt. Junge Leute haben vergangenen Herbst in Chemnitz bei den rechtsradikalen Demos gegengehalten", erläutert Leutheusser-Schnarrenberger die Motivation der Stiftung.

#ClapForCrap bietet mehr als eine Geste und ein Hashtag. Das ironische Wegklatschen setzt ein Zeichen - überall dort, wo einem Intoleranz und Ausgrenzung begegnen. Gleichzeitig verbaut es nicht den Weg für den Dialog. Denn: "Toleranz entsteht nicht mit dem moralischen Zeigefinger", sagt Leutheusser-Schnarrenberger.

So funktioniert die Kampagne #ClapForCrap

Der Hashtag #ClapForCrap bietet der Zielgruppe zwischen 15 und 30 Jahren im digitalen Raum vielfältige Möglichkeiten. Analog kann man den Slow Clap bei ganz realen Begegnungen im Alltag anwenden und seine Geschichte auf Instagram teilen.

Zentrale Plattform der Kampagne ist Instagram. Dort wird erklärt, wie der Slow Clap funktioniert und wann man ihn am besten anwendet. Im "Crap des Tages" werden Erlebnisse aus dem Alltag geschildert. Ein offener Austausch soll so auch mit Betroffenen entstehen. Influencer teilen ihre Erfahrungen mit Intoleranz und Diskriminierung.